Abit SA6R - i815-Board mit onboard-RAID  
11. November 2000 - Dennis Bode

 

 

Ab ins Bios...

 

Im Bios findet man eine weitere Spezialität von Abit : Das SoftMenue III, welches im vorliegenden Fall die stufenlose Justierung des Front-Side-Busses erlaubt.

Abit geht hier aber noch einen Schritt weiter - man verwendet einen CPU:SDRAM:PCI - Teiler, um nicht nur den Front-Side-Bus, sondern auch die restlichen Komponenten gezielt zu takten. So läßt sich von 50 bis 96 MHz ein Teiler von 2:3:1 einstellen - also z.B. 80 Mhz : 120 Mhz : 40 Mhz. Dies ist für Celeron-Prozessoren sinnvoll, wenn man diese von dem limitierten 66-Mhz-FSB befreien will. In der Standard-Einstellung läuft der Systembus so auf 66 Mhz, während der Speicherbus auf 100 Mhz läuft und der PCI-Bus auf 33 Mhz. Beim übertakten bis 96 Mhz FSB werden so bis zu 144 Mhz Speichertakt erreicht - bei allerdings 48 Mhz PCI-Takt, was die eine oder andere PCI-Karte überfordern wird.

Für Pentium III Prozessoren mit 100 Mhz Takt ist der Teiler 3:3:1 vorhanden, dieser ist von 50 bis 140 Mhz einstellbar. Für Pentium III Prozessoren mit 133 Mhz Front-Side Bus stehen zwei Möglichkeiten offen : Entweder 4:3:1 oder 4:4:1. Die erste Einstellung kann gewählt werden, wenn nur PC100 Speicher vorhanden ist oder der PC133-Speicher beim Übertakten auf z.B. 150 Mhz nicht mehr mitmacht. Beide Einstellungen sind von 50 bis 250 Mhz einstellbar, effektiv ist jedoch bei 160 Mhz oft schon aufgrund des PCI / AGP-Busses Schluß.

Nachteilig ist wieder einmal eine Limitation des Chipsatzes : Während Via auch eine asynchrone Taktung bei 100 Mhz anbietet, verzichtet Intel hierauf. Bei der relativ guten Speicherperformance des Intel-Chipsets wäre eine Taktung 100:133:33 Mhz, also 3:4:1, hervorragend - ein 100 Mhz Intel-Prozessor könnte so mit schnellem PC133-Ram zusammenarbeiten. Leider wurde an diese Möglichkeit wohl nicht gedacht - oder man wollte hieran nicht denken...

Hier alle Möglichkeiten in der Übersicht :

FSB
CPU-Takt
Speichertakt
PCI-Takt
50 - 96 Mhz
2 - (50 - 96 Mhz)
3 - (75 - 144 Mhz)
1 - (25 - 48 Mhz)
50 - 140 Mhz
3 - (50 - 140 Mhz)
3 - (50 - 140 Mhz)
1 - (16,6 - 46,6 Mhz)
50 - 250 Mhz
4 - (50 - 250 Mhz)
3 - (37,5 - 187,5 Mhz)
1 - (12,5 - 62,5 Mhz)
50 - 250 Mhz
4 - (50 - 250 Mhz)
4 - (50 - 250 Mhz)
1 - (12,5 - 62,5 Mhz)

 

Hier kann schon erkannt werden, welche FSB-Settings überhaupt noch Sinn ergeben :

250 Mhz FSB sind nicht schon allein wegen des festen Intel-Multiplikators, des Speichers und der Qualität des Chipsatzes nicht zu erreichen - 62,5 Mhz PCI-Takt macht auch keine PCI-Karte mehr mit. Standardmäßig erreichen einige Karten um 40 Mhz, teilweise 45 Mhz. Hieraus ist zu erkennen, daß beim 4:4:1 - Modus nur maximal 180 Mhz möglich wären - alles was Abit dazu gibt, ist reines Marketing. Beim Celeron-Prozessor würde man 45 Mhz mit 90 Mhz FSB erreichen - und 135 Mhz Speichertakt - was ein hervorragendes Overclocking-Ergebnis wäre (dazu später...).

Neben den FSB-Settings erlaubt das Soft Menue III auch die Einstellung der Core-Spannung des Prozessors und der IO-Spannung. Die Core-Spannung des Prozessors läßt sich beispielsweise von 1.30V auf 1.90V in 0.05V-Treppchen justieren. Eine Spannung von 1,9 V sollte auch ausreichen, einen FCPGA-Prozessor an die Grenzen zu führen, mehr ist sicherlich nur mit Wasserkühlung oder Peltierelementen möglich - oder mit VapoChill und Kryotech-Systemen.

Der Speicher läßt sich ebenfalls auf Touren bringen - neben jedlichen einzustellenden Latenzzeiten kann auch dem SPD-Modul die Möglichkeit der Kontrolle über den Riegel überlassen werden - jedoch aufgrund mangelhafter SPD-Programmierung öfters auf Kosten von Performanceverlust. Standardmäßig ist hier (neben einer 4:3:1er Einstellung im SoftMenueIII) auch die SPD-Erkennung eingeschaltet - Käufer sollten also darauf achten, auf jeden Fall im Bios noch ein wenig einzustellen - ansonsten wird etwas Leistung verschenkt.

In den Integrated Perephials läßt sich so ziemlich jeder Onboard-Chip ausschalten, wenn man ihn nicht benötigt, so kann der HPT 370 oder der AC97-Codec deaktiviert werden oder einzelne Com- oder Druckerschnittstellen abgeschaltet werden. Anderen Einstellungen sind "wie man sie kennt".

 

 

Seite 4: Das Testsystem

 

 

 

 

 

Abit SA6R - Review