Abit SA6R - i815-Board mit onboard-RAID  
11. November 2000 - Dennis Bode

 

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Benchmarks... und Overclocking

 

Als erstes die Content Creation Winstone 2000 Scores.

Hierzu verwendeten wir beide Prozessoren, um sowohl prozessor- als auch speicherabhängige Performancedaten zu gewinnen : So wurden der Celeron 600 sowohl mit 600 Mhz als auch mit 750 Mhz auf 3:3:1 und 2:3:1 verglichen. Über 750 Mhz war uns leider ein Betrieb auf 2:3:1 nicht mehr möglich - der PCI-Bus kam mit 41,5 Mhz ins Spiel und brachte das System zum Abstürzen unter WindowsME. Da der Prozessor jedoch selbst auf 900 Mhz stabil lief und der Speicher auch noch höhere FSB absolvierte, kann es sich nur um einen zu hohen PCI-Bus gehandelt haben. Die Pentium III Prozessoren liefen alle auf der idealen 4:4:1-Einstellung.

Beim Umstellen von 2:3:1 auf 3:3:1 gab es zudem ein Problem : Nach der Einstellung im Soft Menue III ließ sich der PC nicht mehr einschalten, ein POST gelang nicht mehr. Erst nach Ausschalten des Netzteils und erneutem starten kamen wir wieder ins Bios - und erhielten die Fehlermeldung : CPU unworkable or changed - da scheint also noch etwas im Bios nicht zu stimmen. Der 3:3:1 - Modus ließ sich erst mit 100 Mhz Front-Side-Bus aktivieren - und dann nachträglich auch mit 83 Mhz FSB und mit 66 Mhz.

Weitere Probleme gab es mit der Core-Voltage. Unser Celeron 600 läuft leider nur mit 1,85 V stabil auf 900 Mhz - auf einem ASUS P2B war dies kein Problem, wir justierten hier die Spannung über einen FCPGA->Slot1 Adapter. Das SA6R bietet jedoch leider nur Spannungen bis 1.75V für Celeron-Prozessoren - also konnten wir einen stabilen Betrieb nicht erreichen. Sowohl Content Creation Winstone als auch Quake3Arena und 3DMark2000 stürzten mehrere Male ab, bevor wir ein "durchgehendes" Meßergebnis erhielten - nervenaufreibend ! Abit könnte in einem der nächsten Bios-Versionen also ruhig ein paar Volt mehr spendieren.

 

Deutlich zu erkennen ist der Vorteil des schnellen Speichers : Ein 600er Celeron mit 100 Mhz Speichertakt ist fast so schnell wie ein 750 Mhz-Celeron mit 66 Mhz Speichertakt. Wiederrum kann sich der 750er Celeron mit 124,5 Mhz Speichertakt deutlich vom Celeron 750 mit 83 Mhz Speichertakt absetzen.

Besondere Freude hat der Pentium III gemacht. Es war ein nagelneuer Prozessor, er wurde im Abit SA6R zum ersten Mal eingesetzt und lief auf Anhieb mit 133 Mhz Front-Side Bus. Trotz 33% Übertaktung mußten wir noch keine Spannung erhöhen, erst bei 140 Mhz wurde WindowsME instabil und es gab einige Hänger bei Quake3Arena und Content Creation Winstone. Also ab ins Bios - die VCore etwas anheben, wobei hier Spannungen bis 1,95 V verfügbar sind - und wir konnten den Prozessor bis 148 Mhz Front-Side-Bus ohne Abstürze mit 1,8 V betreiben. Maximal erreichten wir 154 Mhz - also 1078 Mhz - mit 1.9 V, hier konnten wir zwar noch ins Bios, aber Windows fuhr nicht mehr vollständig hoch, auch nicht durch herunterstellen der CAS-Latenzzeit des Speichermodules von Micron, welches noch 148 Mhz mit CAS-2 bewältigte. 148 Mhz scheint also die obere stabile Grenze vom Prozessor oder vom Board zu sein...

Weiter mit den Benchmarks -

Sisoft Sandra 2000 Millenium Edition :

Sisoft Sandra´s CPU Benchmark ist relativ speicherunanbhängig - ansonsten keine Überraschungen, hier heißt mehr Mhz auch mehr Geschwindigkeit.

Der MMX-Benchmark von Sandra erzählt nichts neues, auch hier sind keine Unterschiede vom Speichertiming erkennbar.

Der Memory-Bench von Sandra zeigt Unterschiede - hier kommt ein Celeron 600 mit 2:3:1 an einen 900er Celeron mit 3:3:1 heran : Beide laufen mit 100 Mhz Speichertakt. Schneller ist der 750er Celeron mit 2:3:1 dank 124,5 Mhz Speichertakt, hier kann er sogar den 700er Pentium III überholen, der nur einen Front Side Bus von 100 Mhz hat.

Vor allen Dingen in Quake 3 Arena kann man von schnellem Speicher profitieren - der hohe Speichertakt macht sich beim 2:3:1 - Timing wieder einmal bemerkbar. Berauschend ist das Ergebnis des Pentium III mit 1036 Mhz und der Geforce II GTS - 94 fps bei 1024x786 ist ein sehr guter Wert, da die Geforce auf Standardtimings lief. Die Karte läuft auch auf 230 Mhz / 405 Mhz stabil - wahrscheinlich der Grund, warum Creative auch keine Geforce II Pro auf den Markt bringt - hier sind es dann hervorragende 102 fps.

Und der letzte im Bunde :

Winbench 99´s Disk Transfer Rate Test :

Seagate Barracuda ATA II 20,4 GB

Die Datentransferrate beginnt bei 30 MB/s und sinkt stetig bis ca. 22 MB/s - ein sehr guter Wert für eine Festplatte, auch wenn die IBM DTLA-Serie oder die Barracuda III-Serie schon über 30 MB/s bis ca. 38 MB/s zu Beginn schaffen. Selbst für AVI-Aufnahmen in Realzeit sollte diese Übertragungsrate jedoch genügen

2 x IBM DTLA 307030 30,0 GB (Raid - 0 Striping, 64 kb Block Size)

Zu sehen sind nur die ersten 10 GB, hier wird allerdings die Übertragungsrate schon ersichtlich : ca. 75 MB/s, die Schwankungen resultieren aus der relativ kleinen Meßgröße von 10 GB. Merkwürdig sind jedoch die Einbrüche am Anfang und relativ stetig alle 2 GB. Trotzdem ein hervorragendes Ergebnis, unter Windows 2000 wurde ein Business Disk Winmark von 36600 gemessen !

Hier zeigt sich die Stärke des Raid und auch der Grund, warum die Content-Creation-Scores mit Raid so gut sind - die IBM -Platten schaffen bis zu 76 MB/s am Beginn und bis zu 50 MB/s am Ende der Sektion. Die Seagate Barracuda ATA II hat aber auch schon hervorragende Werte - für eine einzelne Platte sind 28 MB/s perfekt.

Zum Ende noch ein Vergleich : Intel i440 BX vs. Intel i815 :

Als BX-Board kommt ein (altes) ASUS P2B zum Zug - damals als eines der schnellsten BX-Boards ist es mitlerweile schon sehr betagt - 2x AGP sowie Jumper zum Verstellen des Bustaktes, UDMA/33 und 3 ISA - soetwas findet man heute auf keinem Board mehr. Weiterhin macht das Board mit der Corespannung Probleme, die vorliegende Version 1.02 unterstützt noch keine Low-Voltage Prozessoren, also muß der Celeron mit 1,8V auf einem FCPGA-to-Slot 1 Adapter laufen - Pentium III Benchmarks sind deshalb auch nicht zu finden, denn das gute Stück war mir für solche Experimente zu schade.

Zur Information : beim BX-Chipsatz läuft der Speicher mit dem Front-Side-Bus synchron - eine Option wie 2:3:1 gab es dort noch nicht...

Damit keine Mißverständnisse aufkommen : Die Content Creation Winstone Ergebnisse wurden mit dem Faktor 100 multipliziert und die Memory Scores von Sandra mit dem Faktor 10, damit man die Unterschiede in einem Diagramm sehen kann.

Der BX liegt doch ganz schön hinten dran, jedoch auch nur, wo es um Speicherdurchsatz geht und der i815 ein schnelleres Timing anbietet - für Celeron-Prozessoren kann man somit einen kleinen Unterschied ausmachen. Bei Pentium III Prozessoren mit einem BX-Board mit 133 Mhz wird man keinen Unterschied sehen, weil hier auch der Speicher dementsprechend hoch getaktet ist.
Wer also ein gutes BX-Board auf 133 Mhz laufen lassen kann, der hat fast keine Performance-Einbußen, sieht man von 4x AGP und UltraATA/100 einmal ab.

Seite 6: Pros und Cons / Fazit

 

 

 

 

 

Abit SA6R - Review